Ländle-Boy. Und freier Journalist.

Kategorie: Vorarlberger Nachrichten (Seite 2 von 8)

Virtueller VN-Stammtisch: „Das Verständnis ist groß“

Schwarzach Die laufende Unterhaussaison wurde anulliert, bis auf weiteres werden wir auch keinen Trainingsbetrieb bei den Vorarlberger Amateurmannschaften sehen. Das sind die Fakten nach der Entscheidung durch das ÖFB-Präsidium.

Und wie denkt der Präsident des Vorarlberger Fußball-Verbandes, Horst Lumper, darüber? Er ist uns zu diesem Thema im zweiten digitalen VN-Stammtisch Rede und Antwort gestanden.

 

  1. Wie waren denn die Reaktionen auf die Entscheidung des ÖFB, die laufenden Meisterschaften abzubrechen?
    Ich glaube, dass zum größten Teil auf jeden Fall Verständnis für die Maßnahmen vorhanden ist. Die Gesundheit steht bei allen Beteiligten immer an erster Stelle – da war es der logische Schritt, die laufende Saison nicht mehr weiter zu führen, sie zu annullieren und im Herbst von vorne zu beginnen.
  2. Was wird mit den Vereinen, die aktuell an der Spitze ihrer Liga stehen? Haben die ein Anrecht auf den Aufstieg?
    Nein, haben sie klarerweise nicht. Diese Gewissheit gibt uns auch ein Gutachten von Professor Martin Karollus von der Johannes-Kepler-Universität in Linz. Er ist ganz einfach zum Schluss gekommen, dass eine abgebrochene Meisterschaft nicht gewertet werden kann. Und so werden wir das handhaben.
  3. Welche Auswirkungen hat die Entscheidung auf die Ligaeinteilung?
    Das ist aktuell noch nicht abzusehen. Es kann natürlich sein, dass es zum Beispiel aufgrund von Vereinsfusionen Bewegungen geben wird. Mit Aussagen dazu müssen wir aber sowieso noch bis Mitte Mai warten, bis dahin sind alle Meisterschafts-Meldungen bei uns eingelangt.
  4. Wer darf für Vorarlberg im ÖFB-Cup spielen?
    Das ist eine spannende Frage! Vom ÖFB kam die Vorgabe, wir sollten unsere drei Startplätze nach „sportlich plausibeln“ Gesichtspunkten vergeben. Für mich könnten das zum Beispiel die beiden Aufstieger in die Regionalliga, der DSV und Hohenems, und der nächstbeste Verein in der Eliteliga sein. Das wäre eine akzeptable Lösung.
  5. Wie schaut es mit finanziellen Hilfen für Vereine aus?
    Der ÖFB bemüht sich aktuell um einen Härtefonds. Die Kriterien dafür haben wir noch nicht, sobald sie vorliegen, werden sie an die Vereine weitergeleitet. Verwaltet werden könnte dieser durch die Bundessportorganisation. Durch den VFV selbst ist so eine Organisation nicht möglich, da wir selbst auf finanziell wackeligen Beinen stehen.
  6. Wann kann im Amateurbereich wieder trainiert werden?
    Das können wir noch nicht sagen, aber nicht in der nächsten Zeit. Aktuell ist das Risiko zu groß und wir haben auch eine Verantwortung – vor allem für die vielen Spieler im Nachwuchsbereich.
  7. Warum darf die Bundesliga wieder spielen, das Unterhaus aber nicht?
    Wegen der Vorgaben der Regierung. Alle Vereine, die trainieren und spielen, müssen ihre Spieler und Betreuer testen lassen- Das ist finanziell für Amateurvereine nicht stemmbar.
  8. Was passiert, wenn das Cup-Finale nicht gespielt wird?
    Hierfür gäbe es laut dem Gutachten mehrere Optionen: Zum einen wäre ein Losentscheid möglich – das will aber klarerweise niemand. Auch könnte die Liga entscheiden, wer den europäischen Startplatz bekommt, das würde ich aber auch nicht entscheiden wollen.

 

Dieser Text erschien zuerst am 18.04.2020 in den Vorarlberger Nachrichten.

Virtueller VN-Stammtisch: „Der Sport ist in die Ferne gerückt“

Schwarzach Vor einem knappen Monat herrschte beim SCR Altach noch Normalbetrieb. Am 2. März gewann die Mannschaft von Trainer Alex Pastoor zuhause gegen Meister Salzburg mit 3:2, die Welt schien in Ordnung. Jetzt, 32 Tage später, ist beim Bundesligisten alles anders. Alle Mitarbeiter und fast die gesamte Profi-Mannschaft wurden auf Kurzarbeit umgestellt. An die Stelle von Trainingseinheiten im Campus sind Übungen für zuhause gerückt und plötzlich scheint die wirtschaftliche Lage auch nicht mehr so gut wie noch vor einem Monat zu sein.

Zu all diesen Themen nahm Christoph Längle,Geschäftsführer Wirtschaft beim SCR Altach, im Rahmen des VN.at-Stammtisches mit Sportchef Christian Adam Stellung.

 

„Ein kerngesunder Verein“

Natürlich sei die allgemeine Situation eine sehr schwierige und für die gesamte Besetzung außergewöhnlich: „Das ganze Gelände der Cashpoint-Arena ist verwaist, der Trainingscampus ist sowieso gesperrt. Für alle Personen im Verein ist es gespenstisch und auch ganz und gar nicht einfach. Wir hoffen, dass es in absehbarer Zeit mit dem normalen Spielbetrieb wieder losgeht. Aber diese Entwicklung ist aktuell noch kaum abzusehen, aufgrund dessen ist der Fußball für uns aktuell in weite Ferne gerückt.“

Auch wirtschaftlich ist die Pandemie für den Verein schwer zu stemmen, weswegen man sich nach längeren internen Diskussionen dafür entschied, die Belegschaft auf Kurzarbeit umzustellen. Neben den Mitarbeitern im Office und dem Trainerstab zeigte sich auch die Profi-Mannschaft damit einverstanden. Mit einer Ausnahme. Mittelfeldspieler Manfred Fischer zog es nämlich vor, die Papiere zur Kurzarbeit nicht zu unterzeichnen und stattdessen 20 Prozent seines Gehaltes an die Caritas zu spenden.

Der Schritt zur Kurzarbeit sei aber der richtige gewesen, denn „es ist wirklich schwer zu verkraften, wenn von einem Tag auf den anderen praktisch alle Einnahmen wegbrechen.“ Im Grunde sei der Verein ein „wirtschaftlich kerngesunder Verein“. In den letzten zehn Jahren habe man ganze neun Mal schwarze Zahlen geschrieben. Dies werde in diesem Jahr wohl kaum zu schaffen sein. Man könne solch eine Phase zwar für eine gewisse Zeit wegstecken, sollte es aber länger dauern, müsse man sich andere Maßnahmen überlegen. Denn dann könnte es durchaus eng werden.

 

Was birgt die Zukunft?

Und was ist jetzt der Plan für den weiteren Verlauf der Meisterschaftssaison? Zunächst soll laut Längle einmal abgewartet werden, dank der Verschiebung der Europameisterschaft in das nächste Jahr hätte man jetzt sogar einen Zeitpuffer bis in den Juli. Doch fix ist nichts, wie Christoph Längle immer wieder betont: „Man muss schon auch sagen, dass die Situation aktuell sehr unübersichtlich ist, dass sich andauernd neue Entwicklungen ergeben. Ob sich das also alles so ausgehen wird, wie wir uns das vorstellen, kann man nur hoffen.“

Jetzt könne jedenfalls noch keine Entscheidung getroffen werden: „Ich war zum Beispiel von der frühen Absage der Saison in Belgien sehr überrascht, so weit sollte man jetzt noch nicht gehen. Aber je nachdem, wie lange sich alles noch zieht, wird man sich gewisse Maßnahmen überlegen müssen. Geisterspiele sind da auch kein Tabuthema. Einfach weil – und so ehrlich soll man sein dürfen – auch ganz wichtige TV-Gelder dranhängen.“ Man müsse sich also jeden Schritt genau überlegen. Dann sei diese Pandemie auch gut zu überstehen.

 

Dieser Text erschien zuerst am 04.04.2020 in den Vorarlberger Nachrichten.

Menschen, die bewegen: An den Schanzen der Welt

Andelsbuch Manch einer wird sich noch an seine Sprünge über die Weltcup-Schanzen erinnern können: an jene des Andelsbuchers Bernhard Metzler (40). Er gehörte zum fixen ÖSV-Aufgebot: Von 1999 weg, als er im tschechischen Harrachov über die Großschanze segelte, bis ins Jahr 2004, als er seine aktive Laufbahn mit einem Sprung in Vikersund beendete. Damals war er erst 24 Jahre alt. Jetzt, 15 Jahre später, ist Metzler wieder voll dabei im Skisprung-Zirkus, als einer der Trainer der Mannschaft des Deutschen Skiverbandes.

Er stand vor einer schwierigen Entscheidung, als er zum letzten Mal einen Wettkampf absolvierte. Sollte er sich an einem Studium versuchen oder es doch wagen, in irgendeiner Form an die Schanzen der Welt zurückzukehren? Nachdem er nebenher aus eigenem Interesse bereits die Ausbildung zum Skisprung-Lehrwart absolvierte, flatterte ihm ein Angebot des Skiclubs Partenkirchen ins Haus, welches er direkt annahm. Heute würde er das nochmals genauso machen, denn „ich hab die Zeit in Partenkirchen vor allem deswegen genossen, weil ich die Möglichkeit bekam, herauszufinden, was mich interessiert“, wie der Bregenzerwälder selbst sagt.

 

Dem Ruf aus Deutschland gefolgt

Nach drei Jahren als hauptamtlicher Vereinstrainer folgte der Wechsel zum nationalen Verband, wo er jede Station durchlief. Zunächst leitete er für fünf Jahre den C-Kader, ehe er dieselbe Aufgabe in der zweiten Mannschaft übernahm.

Dann folgte in der ersten Nationalmannschaft eine große Personalrochade, aus der sich auch ein neuer Bundestrainer – Stefan Horngacher (50) – hervortat. Dadurch ergab sich für Metzler auch die Möglichkeit, in den A-Kader zu wechseln. „Obwohl mir die Arbeit mit der zweiten Mannschaft, die ich auch weiter ausgeführt hätte, echt Spaß gemacht hat, wechselte ich dann in die erste Mannschaft. Das konnte ich vor allem deswegen, weil ich Stefan schon echt lange kenne, der bereits mein eigener Trainer war und es der Wunsch von ihm und auch des sportlichen Leiters war.“ Dann habe er auch nicht gezögert, „vor allem in Hinblick auf die Heim-EM in Oberstdorf im Jahr 2021.“

Jetzt arbeitet er Hand in Hand mit Karl Geiger, Richard Freitag und Co., bei den Wettkämpfen ist er meist auf dem Trainerturm mit der Kamera in der Hand zu sehen. „Aufgrund der ziemlich flachen Hierarchie, die wir im Team haben, kann auch jeder jede Aufgabe übernehmen. Ich bin hauptsächlich fürs Material, also vor allem für die Anzüge, verantwortlich und agiere oft auch als Vertretung vom Stefan, zum Beispiel bei der Arbeit mit den Medien.“ Und auch im individuellen Training mit den Athleten ist er sehr aktiv, in seinem Hauptstützpunkt in Oberstdorf organisiert er zum Beispiel das Krafttraining der Sportler.

Jetzt steht die Vierschanzentournee an, nach dem gestrigen Springen in Oberstdorf folgen die Stationen in Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen, für Bernhard Metzler also Hochbetrieb. Und wen sieht er als Favoriten auf den Gesamtsieg? „Zum einen klar den Ryoyu Kobayashi, aber auch Stefan Kraft macht seit dem Beginn der Saison einen guten Eindruck. Und aus Sicht des DSV ist ziemlich sicher Karl Geiger das heißeste Eisen.“ Man darf also gespannt sein, ist die Tournee doch auch immer für Überraschungen gut.

 

Dieser Text erschien zuerst am 30.12.2019 in den Vorarlberger Nachrichten.

Alps Hockey League: Volles Eishockeyprogramm am Stefanitag

Schwarzach Der Viertplatzierte fordert den Drittplatzierten: Im Kracher der 24. Runde der Alps Hockey League ist dies der Fall, die Mannschaft des EHC Lustenau empfängt am Donnerstag um 19.30 Uhr in der heimischen Rheinhalle die Kontrahenten vom HC Pustertal.

Nach einer kurzen Weihnachtspause geht es also bereits am Stefanitag wieder aufs Eis – und die Lustenauer Löwen, die sind hochmotiviert. Nach dem knappen Sieg gegen die zweite Mannschaft aus Klagenfurt kommt einer der Titelmitfavoriten ins Ländle, welchen es natürlich erst zu schlagen gilt. Und obwohl die Südtiroler im letzten Spiel – im Derby gegen die Rittner Buam – zuhause eine 1:6-Niederlage kassierten, ist man gewarnt, zählen die Italiener doch zu den besten und konstantesten Teams der gesamten Liga. Deswegen wird vor allem eines aufseiten der Lustenauer nötig: eine geschlossene und disziplinierte Mannschaftsleistung. Auch um sich einen Puffer nach hinten zu verschaffen.

 

Motivation pur in Feldkirch

Eine vermeintlich leichtere Aufgabe wartet am zweiten Weihnachtsfeiertag auf die Feldkircher VEU. Die Mannschaft von Patrice Lefebvre empfängt ab 18 Uhr die zweite Mannschaft des Klagenfurter AC, die aktuell auf Rang 16 der Tabelle der Alps Hockey League rangiert. Und auch das letzte Duell gegen den KAC verlief erfolgreich, da feierten die Montfortstädter einen 4:2-Auswärtssieg. Robin Soudek war damals mit zwei Treffern der große Matchwinner. Doch die Feldkircher sind gewarnt, zwangen die Kärntner doch die Mannschaft aus Lustenau in der vergangenen Runde bis in ein Penalty-Shootout. Dennoch soll ein Grundstein für das große Derby gegen Lustenau am 2. Jänner gelegt werden, in dem 5000 Fans die Vorarlberghalle zum Beben bringen sollen.

Zeitgleich mit den Lustenauern tritt auch der EC Bregenzerwald zuhause an – und zwar gegen die Juniors von Red Bull Salzburg Eishockey. Hier sind die Vorarlberger in der Außenseiter-Position, ganze elf Punkte und sechs Plätze trennen doch die beiden Mannschaften in der Tabelle. Und die besten Erinnerungen dürfte die Begegnung wohl auch nicht wecken: Das letzte Aufeinandertreffen im November in Salzburg endete mit einer 1:15-Blamage aus Sicht der Bregenzerwälder.

Für ein spannendes Eishockey-Spektakel ist also alles angerichtet. Wie weihnachtlich sich die drei Schauplätze Feldkirch, Lustenau und Dornbirn jedoch präsentieren werden, ist fraglich.

 

Dieser Text erschien zuerst am 24.12.2019 in den Vorarlberger Nachrichten.

Eliteliga: Herber Dämpfer für Altach Juniors gegen Rankweil im Aufstiegskampf

Altach Es bleibt spannend: Auch nach dem vorletzten Spieltag steht weiterhin nur einer der beiden Teilnehmer am Meister-Play-off fest, die Altacher Juniors und Hohenems müssen noch um jeden Punkt kämpfen. Erstere mussten jetzt zuhause gegen Rankweil auf jeden Fall einen Dämpfer im Rennen um den zweiten Tabellenplatz hinnehmen, gegen die Tabellenletzten aus Rankweil erreichte man nur ein 2:2.

Das erste Tor fiel bereits in der dritten Spielminute: Die zweite Mannschaft der Altacher, bei der nur Torwart Benjamin Ozegovic aus dem Profikader mit von der Partie war, nutzte Abstimmungsschwierigkeiten in der gegnerischen Defensive aus, ehe zunächst Seyfettin Akdeniz an Raphael Zwischenbrugger scheiterte, bevor David Schnellrieder das runde Leder zum 1:0 im Tor versenken konnte.

Während die Altacher die Partie beherrschten, scheiterten sie oft am letzten Pass. Also kämpften sich die Rankweiler immer weiter nach vorne, in der 21. Minute konnte Mathias Bechter auf das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:1 stellen. Kurz vor der Pause war es dann David Schnellrieder, der zum 2:1 traf.

Die Dominanz des Heimteams schwand in der zweiten Halbzeit immer mehr, weswegen Fabian Koch mit seinem 2:2 in der 77. Minute für wichtige Punkte der Gäste sorgen konnte. Daran konnten dann auch die beiden Hochkaräter von Altach in der Nachspielzeit nichts mehr ändern.

Das quittierte Altach-Trainer Oliver Schnellrieder dementsprechend: „Nach so einem Auftritt hast du dir das Play-off nicht verdient. Ich bin stinksauer, kann mir das nicht erklären.“

 

Dieser Text erschien zuerst am 04.11.2019 in den Vorarlberger Nachrichten.

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