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Schlagwort: Matura (Seite 1 von 3)

Die “Corona-Matura”: Es war dann doch alles ein bisschen besonders

Ein paar Daten und Fakten: 4280 nach dem ersten Tag in der Volksschule, 2817 Tage nach dem ersten Tag am Gymnasium, 1354 Tage nach dem ersten Tag an der Oberstufe, 262 Tage nach dem Eintritt in die achte Klasse, 194 Tage nach dem Maturaball und 73 Tage nach dem Beginn der Schulschließungen war es endlich soweit: Die Matura stand vor der Tür. Und es sollte eine ganz besondere Edition werden. “Corona-Matura” halt. Davon möchte ich in diesem Blog-Eintrag erzählen. Außerdem gibt es meine Einschätzung zum Vorwurf, die Matura in diesem Jahr sei eh nur “verschenkt” worden. Und ich schreibe auch von Aspekten meiner Kommunikation, die vielleicht nicht so geil waren.

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Corona-Matura: Das Zittern hat ein Ende

Feldkirch „Jetzt hilft nur noch beten.“ Mit diesem Gedanken sind am Sonntagabend vielleicht einige Maturanten ins Bett gegangen, bevor heute um 8.30 Uhr die ersten Prüfungen starten. Fabian Jochum (33), Jugendseelsorger bei der Diözese Feldkirch, wollte dem entgegenwirken und lud daher kurzerhand zum virtuellen Maturasegen. Er wollte den Jugendlichen damit „zusätzliche Kraft für die Prüfungen spenden“.

Erlässe und Verordnungen

Weniger gebetet, sondern viel mehr organisiert wurde in den vergangenen Wochen an den Schulen des Landes, um die Richtlinien des Bildungsministeriums umzusetzen. Auch Christoph Prugger, Direktor am BG Feldkirch, hatte einiges zu tun: „Es war eine unglaublich intensive Zeit. Vieles lief außerhalb der Norm, es gab keine Routine und eine große Anzahl an Erlässen und Verordnungen.“

Ebendiese regeln unter anderem die genaue Durchführung und Beurteilung der diesjährigen Reifeprüfung. Einige Vorgaben sieht Prugger durchaus positiv: „Man könnte darüber nachdenken, manche Maßnahmen wie etwa das Einrechnen der Jahresnote, auch in den nächsten Jahren fortzuführen.“

Auch Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) hat sich dafür ausgesprochen, die neue Regelung beizubehalten. Immerhin gehe es bei der Matura um ein Zertifikat, das die Reife einer Person beurkunden soll und nicht um ein punktuelles Ergebnis, sagte er der „Presse“. Anders verhält es sich mit der Präsentation der vorwissenschaftlichen Arbeiten. Sie soll bleiben. Dass die Schüler heuer darauf verzichten mussten, sei schade, meint BG-Direktor Prugger. „Damit hätten sich ziemlich sicher noch einige Noten verbessert.“ Umso wichtiger hält er die nun startenden schriftlichen Klausuren: „Die Schüler haben es sich verdient, diese normal ablegen zu können.“

Gesunde Anspannung

Alles in allem fühlt sich der Direktor gerüstet. Bereits zum Start des Ergänzungsunterrichts seien die Lehrer und Schüler gut vorbereitet gewesen. Auch Katharina Mader (30), Klassenvorständin der 8B im BG Feldkirch, ist überzeugt, dass einer gelungenen Reifeprüfung nichts mehr im Weg stehen wird: „Ich glaube, dass meine Klasse gut gearbeitet hat und dass auch das Distance Learning einigermaßen funktioniert hat. Man spürt maximal ein bisschen gesunde Anspannung.“

Und wie geht es ihren Schülern aktuell? Die Rankweilerin Theresa Knoblechner (18) hat trotz der neuen Regelungen noch „großen Respekt vor der Prüfungssituation“. Das Distance Learning und der Ergänzungsunterricht hätten in manchen Fächern nämlich besser funktioniert als in anderen. Und für Stefan Salzmann (18) ist es aufgrund der veränderten Benotung deutlich entspannter: „Da ist man halt schon fix durch“, erzählt er von einer etwas geschrumpften Lern-Motivation. Dann hilft es vielleicht tatsächlich nur noch zu beten. Der Matura-Segen lässt grüßen.

 

Dieser Text erschien zuerst am 25.05.2020 in den Vorarlberger Nachrichten.

Maturaklassen auf ihren letzten Metern

Feldkirch Bevor am kommenden Dienstag knapp 1500 Maturantinnen und Maturanten in ganz Vorarlberg in ihre Prüfungen starten, steht in dieser Woche in allen Maturaklassen zunächst die Verteilung der Abschlusszeugnisse auf dem Programm. Nicht wie sonst, mit Handschlag und im eigenen Klassenzimmer, sondern mit Maske und auch mal auf dem Pausenhof, erhalten die Schüler somit ihre offizielle Zulassung zur Reifeprüfung.

Ein bisschen Wehmut

Natürlich schwingt da auch immer ein bisschen der Gedanke mit, jetzt wirklich ganz kurz vor dem Ende der Schullaufbahn zu stehen. Und auch für Katharina Mader (30), Klassenvorständin der 8B am BG Feldkirch-Rebberggasse, ist die aktuelle Situation durchaus eine besondere: „Ich habe meine erste Klasse als KV zur Matura geführt. In diesen vier Jahren hat man doch einiges miteinander erlebt, da wäre es natürlich schon schön gewesen, mit einem netten und normalen Maturavalet die gemeinsame Zeit abzuschließen. Ich hoffe, dass uns da schon noch etwas einfällt und dass wir das vielleicht bald nachholen können.“

Jetzt stehen jedoch zuerst die Prüfungen an – am 26. Mai ist Deutsch die erste Klausur. Die getroffenen Entscheidungen sieht Mader übrigens positiv: „Ich finde es gut, dass wenigstens ein Teil der Prüfungen stattfindet. Einmal diese Situation zu erleben, ist sicher wichtig. Und vielleicht wird Corona ja auch zum Anlass genommen, um über mögliche Veränderungen der Matura nachzudenken.“

 

Dieser Text erschien zuerst am 21.05.2020 in den Vorarlberger Nachrichten.

Kronen Zeitung: Ein Jahrgang sitzt auf Nadeln

Kolumne – Ein besonderes Schuljahr: Ein Jahrgang sitzt auf Nadeln.

Wir schreiben März 2020, zwei Monate vor den Abschlussprüfungen. Maturareisen sind gebucht, Maturabälle wurden gefeiert, Maturapartys werden geplant. Dann: die Maßnahmen zur Eindämmung von Covid-19. Und während manche Schüler über die freie Zeit vielleicht sogar ganz froh sind, sitzt ein Jahrgang auf Nadeln. Nämlich knapp 40.000 Maturanten. Die wissen nämlich nicht genau, was Sache ist. Denn während Bildungsminister Heinz Faßmann zu Beginn der Krise noch eine ordnungsgemäße Durchführung der Matura versicherte, ging man dann irgendwann zur Devise über, bei den Pressekonferenzen nur noch sehr ungefähre Angaben zu machen. Als Lieblingssatz stellte sich „Darüber werden wir später informieren“ heraus. Man musste sich also irgendwie von Interview zu Interview hangeln. Jedoch war das für viele Personen, die seit mittlerweile mehreren Jahren auf diese Prüfungen getrimmt wurden, belastender, als man vermuten würde. Es ist nämlich nicht leicht, die immer größere Nervosität wegzustecken, während im Hinterkopf der Satz „Das wird die Prüfung eures Lebens“ mitschwingt. Und da hilft vor allem eines ganz und gar nicht weiter: so eine Informationspolitik des Ministeriums. Die sorgte nämlich leider nicht für Beruhigung, sondern führte von Woche zu Woche zu größerer Unsicherheit. Und selbst jetzt sind noch einige Fragen – zum Beispiel zur genauen Benotung – unbeantwortet. Also sitzen wir halt weiter auf Nadeln.

 

Dieser Text erschien zuerst am 05.05.2020 in der Kronen Zeitung und ist weiterhin hier abrufbar..

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