Feldkirch Er lebt seinen Traum, auch wenn er zuweilen hart aus seinen Träumen fallen kann. So wie jetzt geschehen, als es die von ihm publizierte Erfolgsmeldung seiner geschafften Latein-Nachprüfung sogar in die ZIB-2-Sendung schaffte und ihm Moderator Armin Wolf vor laufender Kamera und mit Werners Konterfei im Rücken dazu gratulierte. Wenig später war sein Twitteraccount prall gefüllt mit Gratulationen, selbst Bundespräsident Alexander Van der Bellen ließ es sich nicht nehmen, dem Vorarlberger persönlich eine Glückwunschnachricht zu schicken. Die Meldung verbreitete sich in windeseile und innert Stunden wurde der 16-jährige Feldkircher so zum bekanntesten Schüler Österreichs.

 

Ein wenig sprachlos

„Das wollte ich nicht“, erzählt er am Tag danach und wirkt dabei entwaffnend offen. „Maxi“, wie er von seinen Freunden genannt wird, wirkt plötzlich sogar ein wenig sprachlos und gesteht, sich bei all dem Rummel um seine Person doch ein wenig unwohl zu fühlen. „Ich war doch nur froh, es geschafft zu haben.“ Zumal er selbst davor absolut nichts von der TV-Ausstrahlung wusste, somit quasi ein wenig auf dem falschen Fuß erwischt wurde. Dass seine Twittereintragungen rund um seine Nachprüfung seit Juni dieses Jahres immer mehr Follower fand, habe ihm zuvor einfach nur Spaß bereitet. Inzwischen gibt es unter #venividimaxi schon mehr als 1000 Eintragungen zum Nachlesen.

Dabei ist der fußballverrückte Rankweiler ansonsten so gar nicht auf den Mund gefallen. Zielstrebig verfolgt er sein Traum, im Journalismus Fuß zu fassen. Im Fernsehen vor der Kamera zu stehen und zu sprechen, das sei sein ganz großer Wunsch. Ja, das Reden, das habe schon immer funktioniert. Etwa als er mit 14 Jahren erstmals als Sprecher bei Heimspielen von RW Rankweil in Erscheinung trat. Jetzt, da er seine ersten Schritte als Jungjournalist macht, sieht er vieles schon etwas differenzierter und distanzierter. Schon deshalb kann er den jetzigen Erfahrungen Positives abgewinnen. Doch vorerst zählt für den BG-Feldkirch-Schüler das neue Schuljahr – am besten ohne Nachprüfung.

 

Dieser Bericht erschien zuerst am 13. September 2018 in den Vorarlberger Nachrichten. Er wurde von Christian Adam geschrieben und ist weiterhin abrufbar.