Schwarzach Die laufende Unterhaussaison wurde anulliert, bis auf weiteres werden wir auch keinen Trainingsbetrieb bei den Vorarlberger Amateurmannschaften sehen. Das sind die Fakten nach der Entscheidung durch das ÖFB-Präsidium.

Und wie denkt der Präsident des Vorarlberger Fußball-Verbandes, Horst Lumper, darüber? Er ist uns zu diesem Thema im zweiten digitalen VN-Stammtisch Rede und Antwort gestanden.

 

  1. Wie waren denn die Reaktionen auf die Entscheidung des ÖFB, die laufenden Meisterschaften abzubrechen?
    Ich glaube, dass zum größten Teil auf jeden Fall Verständnis für die Maßnahmen vorhanden ist. Die Gesundheit steht bei allen Beteiligten immer an erster Stelle – da war es der logische Schritt, die laufende Saison nicht mehr weiter zu führen, sie zu annullieren und im Herbst von vorne zu beginnen.
  2. Was wird mit den Vereinen, die aktuell an der Spitze ihrer Liga stehen? Haben die ein Anrecht auf den Aufstieg?
    Nein, haben sie klarerweise nicht. Diese Gewissheit gibt uns auch ein Gutachten von Professor Martin Karollus von der Johannes-Kepler-Universität in Linz. Er ist ganz einfach zum Schluss gekommen, dass eine abgebrochene Meisterschaft nicht gewertet werden kann. Und so werden wir das handhaben.
  3. Welche Auswirkungen hat die Entscheidung auf die Ligaeinteilung?
    Das ist aktuell noch nicht abzusehen. Es kann natürlich sein, dass es zum Beispiel aufgrund von Vereinsfusionen Bewegungen geben wird. Mit Aussagen dazu müssen wir aber sowieso noch bis Mitte Mai warten, bis dahin sind alle Meisterschafts-Meldungen bei uns eingelangt.
  4. Wer darf für Vorarlberg im ÖFB-Cup spielen?
    Das ist eine spannende Frage! Vom ÖFB kam die Vorgabe, wir sollten unsere drei Startplätze nach „sportlich plausibeln“ Gesichtspunkten vergeben. Für mich könnten das zum Beispiel die beiden Aufstieger in die Regionalliga, der DSV und Hohenems, und der nächstbeste Verein in der Eliteliga sein. Das wäre eine akzeptable Lösung.
  5. Wie schaut es mit finanziellen Hilfen für Vereine aus?
    Der ÖFB bemüht sich aktuell um einen Härtefonds. Die Kriterien dafür haben wir noch nicht, sobald sie vorliegen, werden sie an die Vereine weitergeleitet. Verwaltet werden könnte dieser durch die Bundessportorganisation. Durch den VFV selbst ist so eine Organisation nicht möglich, da wir selbst auf finanziell wackeligen Beinen stehen.
  6. Wann kann im Amateurbereich wieder trainiert werden?
    Das können wir noch nicht sagen, aber nicht in der nächsten Zeit. Aktuell ist das Risiko zu groß und wir haben auch eine Verantwortung – vor allem für die vielen Spieler im Nachwuchsbereich.
  7. Warum darf die Bundesliga wieder spielen, das Unterhaus aber nicht?
    Wegen der Vorgaben der Regierung. Alle Vereine, die trainieren und spielen, müssen ihre Spieler und Betreuer testen lassen- Das ist finanziell für Amateurvereine nicht stemmbar.
  8. Was passiert, wenn das Cup-Finale nicht gespielt wird?
    Hierfür gäbe es laut dem Gutachten mehrere Optionen: Zum einen wäre ein Losentscheid möglich – das will aber klarerweise niemand. Auch könnte die Liga entscheiden, wer den europäischen Startplatz bekommt, das würde ich aber auch nicht entscheiden wollen.

 

Dieser Text erschien zuerst am 18.04.2020 in den Vorarlberger Nachrichten.