Vorarlberger des Tages: Titelhamster und gute Seele

Masseur Martin Maier durfte die wohl meisten Titel mit den Handballern feiern.

Hard Wenn man Martin Maier die Frage stellt, wie viele Spiele der Harder Handballer er bereits verpasst hat, zögert er kurz und sagt: „Naja, drei oder vier werden es schon gewesen sein. Wenn ich einmal krank war zum Beispiel.“ Und drei bis vier Spiele sind wirklich nicht so viele, auf 29 Jahre gerechnet. Seit 1992 schon ist der 50-Jährige nämlich Teil der ersten Mannschaft, damals spielte man noch in der württembergischen Landesliga. Auf den Aufstieg in die 2. Liga folgte dann 1998 der Zenit: die Teilnahme an der höchsten Spielklasse Österreichs. Und Martin Maier war (fast) immer mit dabei: als Mannschaftsmasseur und gute Seele.

Der zweifache Familienvater ist seither nicht mehr aus dem Repertoire der Roten Teufel vom Bodensee wegzudenken, seine Arbeit ist essentiell für eine gute Matchvorbereitung: „Ich bin zweimal pro Woche beim Training dabei, auch bei jedem Spiel. Halt hauptsächlich für die kleinen Wehwehchen.“ Außerdem besuchen ihn die Spieler zweimal wöchentlich zum Massieren in seiner Praxis, 1996 machte er sich selbständig. Seine Lehre absolvierte er ab 1989 bei Dr. Michal Siekierzynski in Höchst. Über ihn kam er dann auch zu seiner ersten sportlichen Aufgabe: „Er hat mich einfach ins kalte Wasser geworfen – ‚du machst das schon!‘“

Vom Fußball zum Handball

So war er zu Beginn noch für die Fußballer in Lauterach und Hard tätig, an der Arbeit bei den Handballern reizte ihn aber immer schon die Professionalität durch die Teilnahme in höheren Klassen, „auch wenn mir natürlich beide Sportarten sehr gut gefallen“. Diese neue Arbeit sollte sich dann auch als erfolgreich herausstellen, ist Martin Maier doch sicherlich die Person, die die meisten Titel als Teammitglied feiern durfte. Die kann er auch ohne Probleme aufzählen: „Fünf Supercups, vier Cups und sieben Meisterschaften – 16 Titel müssten es sein.“ Und bei jeder Feier war er mit dabei: „Das ist natürlich immer unglaublich, es sind einfach riesige Emotionen!“ Vor allem beim Derby gegen die Konkurrenten aus Bregenz: „Diese Spiele sind einfach eine unglaubliche Prestige-Geschichte.“

Jedenfalls wünscht er sich genau diese Emotionen auch wieder für die kommende Ligasaison, die an diesem Wochenende startet. Er ist sich dessen aber sicher: „Wenn man im Vorjahr einen Titel gewonnen hat, sollte das Ziel ja immer sein, wieder Meister zu werden, oder zumindest ins Finale zu kommen.“ Am Schluss spiele aber immer auch etwas das Glück eine Rolle, ob man zum Beispiel Verletzungspech hat – zumindest in dieser Hinsicht ist man mit diesem Masseur ziemlich sicher gut gerüstet.

 

Dieser Text erschien zuerst am 11.07.2021 in den Vorarlberger Nachrichten und ist weiterhin hier abrufbar.

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