Kufstein „In beiden Halbzeiten der heutigen Partie war es von uns einfach nicht gut genug.“ So lautete die nüchterne, aber nachvollziehbare Zusammenfassung des Altacher Cheftrainers Alexander Pastoor nach dem glanzlosen 6:1-Auswärtssieg seiner Mannschaft beim Tiroler Drittligisten FC Kufstein. „An das Spiel und seine Anforderungen haben wir uns einfach zu schlecht angepasst. Das Spiel hat etwas von uns verlangt, das haben wir ihm, bis auf die letzten 20 Minuten nicht geboten“, resümierte der 52-jährige weiter.

 

Klares Resultat, unklares Spiel

So klar, wie es das Resultat auf dem Spielbericht wohl vermuten ließe, war es demnach also doch nicht. Es waren einige Aspekte, die von den Zuschauerrängen im Spiel der Altacher auffielen – hierzu gehören zum Beispiel die Umstellungen, die in der Abwehrreihe vorgenommen werden mussten, als Jan Zwischenbrugger wegen Torraubes vom Platz gestellt wurde – und es waren auch einige, die speziell dem Trainer nicht gefielen: „Wir hätten über die gesamten 90 Minuten eigentlich nur einfache Pässe spielen müssen. Unser Spiel hätte die ganze Zeit nach vorne gehen müssen, stattdessen haben wir viel Zeit in der Abwehr verschwendet. Erst in den letzten 20 Minuten konnten wir das auf den Rasen bringen, darauf können wir jetzt in der kommenden Trainingswoche aufbauen.“

Die Zuversicht bei Pastoor ist in Hinblick auf den Bundesliga-Auftakt im kommenden Wochenende beim LASK aber auf keinen Fall verloren gegangen: „In den Vorbereitungsspielen gegen die beiden Schweizer Gegner und die beiden Clubs aus der Premier League, West Ham und Southampton, haben wir es geschafft, das Spiel und die Taktik des Gegners zu lesen. Ich weiß, dass meine Spieler das können und das werden wir auch in der Bundesliga wieder zeigen.“

Und auch ein großes Lob wurde der Holländer, der jetzt in seine zweite Saison beim SCR Altach geht, noch los: Der erst 17-jährige Leo Mätzler, der aufgrund des verletzungsbedingten Fehlens von Anderson zum Einsatz kam, wurde als Rechtsverteidiger aufgestellt und machte seine Sache aus Sicht des Trainers gut:

„Leo gehört für mich nicht zu unseren Amateuren in der Eliteliga, er ist für mich fester Bestandteil der ersten Kampfmannschaft. Er hat seine Chance bekommen, weil Anderson gefehlt hat und er hat seine Chance toll genutzt, seine Leistung war sehr gut.“ Trotz der Kritik, die Pastoor und auch Philipp Netzer („Wir sind einfach nicht gut ins Spiel gekommen und wussten nicht, wie wir damit umzugehen haben“) anbrachten, schaffte es der Kapitän, auch durchaus positive Dinge aus der Leistung seiner Kameraden herauszulesen: „Wir hatten glasklare Torchancen über die ganzen 90 Minuten, die wir einfach nicht genutzt haben. Da haben wir oft gesehen, dass, wenn man nicht hellwach ist und der Gegner nichts zu verlieren hat, kommt genau so ein Spiel heraus. Dazu kommt, dass es selbst gegen einen Regionalligisten nicht so einfach ist, in Unterzahl zu spielen“.

Für den Gegner Kufstein habe es aber dennoch gereicht, „weil es, so lange wir halbwegs effektiv vor dem Tor unserer Gegner sind, eine glasklare Angelegenheit für uns war.“

 

Dieser Text erschien zuerst am 22.07.2019 in den Vorarlberger Nachrichten.