Hohenems Wenn Harald Achenrainer (40) von seinem Verein, dem VfB Hohenems, erzählt, wird schnell klar, dass er mit Leib und Seele bei der Arbeit als Obmann mit dabei ist. Wenn er über die Jugendabteilung, die ihm sehr am Herzen liegt, ins Schwärmen verfällt. Wenn er über die tollen Erfolge seines Vereins in den letzten Jahren spricht. Ja dann ist zu spüren, dass für Harald Achenrainer der Fußball auf jeden Fall zu den Dingen gehört, die sein Leben am meisten prägen.

 

Eine zehnjährige Ära

Seit 2010 ist der Hohenemser Obmann seines Vereins, des VfB, zuvor war er in anderen Funktionen, zum Beispiel als Nachwuchstrainer, tätig. „Es ist, als müsste ich eine Firma leiten. Mit Budgetplanungen, Mitarbeitern und allem drum und dran“, berichtet der 40-Jährige von seiner ehrenamtlichen Tätigkeit: „Das alles läuft natürlich neben meinem Brotberuf als Speditionskaufmann. Im Jahresschnitt arbeite ich sicher 20 bis 30 Stunden pro Woche für den Verein.“

In seine Tätigkeit sei er irgendwie reingerutscht, innerhalb des Vereins sei nämlich ein „Umbruch der Generationen“ angestanden. Er und eine Gruppe von langjährigen Kollegen im Verein hätten sich dazu berufen gefühlt, etwas den Menschen, denen der VfB am Herzen liegt, zurückzugeben. „Immer, wenn wir in den 35 Jahren, in denen wir schon beim VfB sind, auf dem Sportplatz waren und wieder einmal eine Trainingsstunde in einer der Nachwuchsmannschaften haben wollten, war jemand für uns da. Vor allem geht es hier um unsere Nachwuchstrainer – sie leisten eine großartige Arbeit. Sie alle sind eine wichtige Stütze für unseren Club ist.“

Als sich Achenrainer 2010 auf der Mitgliederversammlung als Obmann aufstellen und wählen ließ, stand der Verein nicht sehr rosig da, wie er auch ganz offen erzählt. Ihm und seinen Freunden war es vor allem wichtig, dass die Jugendarbeit so erfolgreich weitergeht. Dass die Kinder, die Interesse und vor allem Spaß am Sport haben, weiterhin gut versorgt sind. Zuvor war er lange Zeit selbst Spieler in Hohenems, beim DSV und auch in Rankweil. Gut 100 Mal stand er auf dem Rasen in der Regionalliga. Aus seiner „aktiven“ Zeit behält er sich vor allem den Meistertitel in der Vorarlbergliga, den er und sein Team 2008 in Lauterach feierten, und tolle einzelne Spiele, die auch oft von regionalen Rivalitäten geprägt waren, in Erinnerung. Danach, nach einem zweijährigen Abstecher in den Jugendfuß­ball als Nachwuchstrainer, folgte irgendwann schlussendlich der Wechsel in den Vorstand.

Heute, knapp zehn Jahre später, kann er stolz auf seine Amtszeit zurückblicken: „Mittlerweile ist der Verein wieder eine Top-Adresse in Vorarlberg und sehr gut aufgestellt. In der Saison 2019/20 sind 65 Prozent der Kicker in der ersten Kampfmannschaft Eigenbauspieler, im 1b-Team sind es sogar alle im Kader.“ Diese „sensationellen Zahlen“ führt er unter anderem darauf zurück, dass auch unter ihm, im gesamten Vorstand und von den mithelfenden Personen, über die gesamte Zeit seit 2010 tadellose Vereinsarbeit verrichtet wurde.

 

Familienmensch

Und was macht Harald Achenrainer, wenn er nach seiner Arbeit im Stadion nach Hause kommt? Dann steht für ihn ganz klar die Zeit mit seinen beiden Kindern, Emil (6) und Max (2), und seiner Frau Fabienne im Vordergrund. „Da geht nix drüber, ich nehme mir immer vor, einiges an Zeit für die Familie freizuhalten, da ich dann einfach abschalten kann.“ Der Fußball lasse ihn dennoch nicht ganz los, sondern sei immer wieder ein bisschen im Hinterkopf. So ganz kommt er halt gedanklich doch nicht weg vom grünen Rasen.

 

Dieser Text erschien zuerst am 27.07.2019 in den Vorarlberger Nachrichten.