Interview: „Die NBA bleibt auf jeden Fall das Ziel“

VN-Interview. Luka Brajkovic (22), Basketballer. Power Forward und Center bei den Davidson Wildcats in den Vereinigten Staaten.

Feldkirch Nachwuchs-Basketballer Luka Brajkovic hat ein hartes Trainingscamp in Serbien hinter sich. Seine dortige Arbeit war ganz auf eine hoffentlich erfolgreiche vierte Saison im College-Basketball der USA ausgerichtet. Das große Ziel des Feldkirchers: Der NBA-Draft im kommenden Jahr. Vor seiner Rückreise in die Staaten stand der 22-jährige Spieler bei den Davidson Wildcats Rede und Antwort.

 

Luka, Sie wollten in der letzten Saison zum Führungsspieler der Davidson Wildcats aufsteigen. Ist Ihnen das gelungen?

Ich habe jetzt im Sommer sicher die Arbeit geleistet, dass ich das schaffen kann. So hart wie heuer habe ich noch nie gearbeitet – körperlich und basketballerisch bin ich auf einem sehr guten Niveau. Die Arbeit ist also erbracht, ich hoffe, dass sich das dann auch auszahlt.

Was erhoffen Sie sich persönlich von der kommenden Saison?

Dieses vierte Jahr wird für mich die beste Möglichkeit sein, mich zu zeigen, vor allem in Hinblick auf die NBA nächstes Jahr. Wenn ich den Sprung mache, den ich mir erhoffe, werden meine Chancen sicherlich am besten sein.

Wo stehen Sie in einem Jahr?

Hoffentlich in der NBA, hoffentlich irgendwo professionell. Deshalb tut man sich das Training auch an.

Was fehlt Ihnen noch, um auf das enge Radar der NBA-Scouts zu kommen?

Was mir in den letzten drei Jahren sicherlich gefehlt hat, ist das Körperliche und die Toughness (die Robustheit, Anm.) im Spiel. Deshalb war das auch ein großer Fokus, ich habe an meinem Körper gearbeitet, ich habe am Kontaktspiel gearbeitet und natürlich auch an meinen Würfen an sich.

Gibt es für Sie eine Form von Plan B, falls es mit der NBA nicht klappt?

Ja, dann will ich sehr gerne irgendwo in Europa professionell spielen. Ich habe zwar noch keine Ahnung, wo das sein könnte, aber ich wäre auch sehr glücklich.

Konnten Sie sich schon in der vergangenen Saison steigern, letztes Jahr hatten Sie Ihre zweite Spielzeit bei den Wildcats ja als „durchwachsen“ bezeichnet.

Mir ist es gelungen, mich bei meinen Dreier-Würfen zu steigern. Wenn du ein großer Spieler bist und nicht werfen kannst, bist du praktisch eine ausgestorbene Spezies. Drum bin ich froh, dass ich das jetzt kann, auch mit Steigerungen im konditionellen Bereich.

Sie waren für mehrere Wochen zum Training im serbischen Novi Sad, wie war diese Erfahrung für Sie?

Ich war für einen Monat dort, dort gab es jeden Tag nur Individualtraining, alles ausgerichtet auf die kommende Saison. Nach Corona habe ich die Chance genützt, das hat mir echt geholfen.

Woran wurde dort gearbeitet?

Wir hatten das volle Programm. Außerdem hatte ich eine genaue Überwachung der Ernährung – die wurde grammgenau abgestimmt – und ich habe auch sehr viel Krafttraining gemacht.

Wir stehen nun eineinhalb Jahre unter dem Einfluss der Pandemie, wie hat sich das auf Sie und Ihre Sportausübung ausgewirkt?

In der letzten Saison waren elf unserer 13 Spieler mit Corona infiziert, ich auch. Deshalb mussten wir dann einen Monat aussetzen, waren im Hotel isoliert. Bei mir hat sich das vor allem auf das Gewicht ausgewirkt: Ich hatte keinen Geruchs- und Geschmackssinn, hatte keinen Appetit. Und auch in den letzten Wochen der Saison habe ich bemerkt, dass es mir körperlich nicht mehr so gut ging.

Der Sport wird immer moderner, wie hat sich Ihr Spiel in den letzten Jahren entwickelt?

Ich weiß noch, dass ich wirklich als reiner Center nach Davidson gekommen bin, da waren meine Möglichkeiten beschränkt. Ich entwickle mich immer weiter, ich habe viel an meinen Zügen und Würfen von außen gearbeitet.

Wie lässt sich das Studium mit dem Sport vereinbaren?

Nächstes Jahr bin ich fertig, dann werde ich einen Bachelor in Political Science (Politikwissenschaften, Anm.) haben. Es gab stressige Zeiten, vor allem mit dem engen Spielplan, aber die Professoren zeigen auch Verständnis.

 

Dieser Text erschien zuerst am 14.07.2021 in den Vorarlberger Nachrichten und ist weiterhin hier abrufbar.

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