Hohenems Wenn am Sonntag um 6 Uhr auf dem Hohenemser Schlossplatz der Startschuss für den diesjährigen Highlander-Radmarathon gegeben wird, wird ein Sportler unter den Hunderten Teilnehmern sein, auf den wahrscheinlich ein besonderes Augenmerk geworfen wird. Die Rede ist von Franklin Brandalise (35), der mit Startnummer 100 in das 187 Kilometer lange Rennen gehen wird.

Er ist nämlich der 100. Spender der Stammzellen-Typisierungsaktion „Geben für Leben“. Also der 100. Spender einer Aktion, die in diesem Jahr mit dem Highlander eine Kooperation einging und auch am Vorabend des Rennens wieder möglichst viele Sportler dazu ermutigen will, sich typisieren zu lassen. Um eben anderen, schwer erkrankten, Personen so gut und effektiv wie möglich helfen zu können.

 

Per Zufall typisiert

Als der in Brasilien geborene Brandalise im Jahr 2017 bei einem Besuch im Dornbirner Messepark an einer Typisierungsaktion von „Geben für Leben“ vorbeischlenderte, entschloss er sich kurzerhand, sich typisieren zu lassen. Kurz darauf erreichte ihn dann bereits die Benachrichtigung, dass eine deutsche Krebspatientin genau seine Stammzellen brauche. Zuerst ein bisschen überwältigt, aber auch erfreut über die Nachricht, zögerte er nicht lange und „durfte“ – wie er selbst im Gespräch mit den Vorarlberger Nachrichten mehrmals betont – in eine Klinik nach München fahren, um eine Blutabnahme an sich durchführen zu lassen.

Hier konnte er auch gleich mit einigen Vorurteilen und Horrorgeschichten, die man rund um diesen Vorgang vielleicht manchmal hört, aufräumen: „Die Abnahme meiner Stammzellen aus der Blutbahn dauerte zwar seine Zeit, also knappe fünf Stunden, ich verspürte aber zu keinem Augenblick irgendwelche Schmerzen. Irgendwie ist das Gefühl doch auch ganz schön, zu wissen, dass man in diesen Momenten gerade ein Leben eines anderen Menschen rettet.“

Neben seiner Arbeit als Qualitätsmanager für ein Filtrationsunternehmen in St. Gallen wird man Franklin Brandalise höchstwahrscheinlich sehr oft auf dem Fahrrad, im Schwimmbecken oder auf der Laufstrecke antreffen, wenn er, oft mit seiner Freundin Josien (30), auf das nächste sportliche Großereignis trainiert. Vor Kurzem absolvierte er zum Beispiel mit ihr, die ihn auch während der Zeit der Spende enorm unterstützte, den Ironman-Triathlon in Zürich. 15 bis 20 Stunden Sport pro Woche betreibe er fast immer, das gebe ihm den nötigen Ausgleich zu seinem Job. Außerdem sei er sehr reisefreudig, er habe bereits 60 Länder bereist, weitere sollen natürlich in der nächsten Zeit noch folgen.

 

Aufmerksamkeit generieren

Nach seiner Spende will der leidenschaftliche Sportler vor allem auf den wenig komplizierten Prozess, mit dem so eine Stammzellenspende einhergeht, aufmerksam machen. Er will alle Personen dazu ermutigen, sich typisieren zu lassen, weil „wir alle auch sehr froh darüber wären, eine Spende zu erhalten, sollten wir in solch einer misslichen Lage sein“.

Deshalb erwähnt er auch immer wieder die Typisierungsaktion von „Geben für Leben“, die eben am Abend vor dem Highlander-Radmarathon stattfinden wird. „Wenn ich mich so anschaue kann ich mein Okay geben, dass so eine einfache und schnelle Typisierung ohne Weiteres möglich ist. Auch wenn man vielleicht am nächsten Tag ein anstrengendes Rennen zu fahren hat“, betont er gerne mit einem Augenzwinkern.

 

Dieser Text erschien zuerst am 10.08.2019 in den Vorarlberger Nachrichten.