Graz Im zweiten Auswärtsspiel des SCR Altach bei Sturm Graz standen beide Teams unter Druck: Während das Heimteam versuchte, die Fans nach dem desaströsen Europacup-Aus wieder zu begeistern und zu alter Stärke zurückzufinden, ging es für die Altacher darum, den ersten Saisonsieg und den ersten Sieg in Graz überhaupt einzufahren.

In einer Anfangsphase, in welcher die Grazer sehr drückend agierten und einige gute Torchancen verzeichnen konnten, gab es plötzlich Elfmeteralarm im Strafraum der Altacher. Bei einem potenziellen Handspiel von Emanuel Schreiner plädierte die versammelte Sturm-Mannschaft heftig auf Handspiel, Schiedsrichter Andreas Heiß entschied sich aber zu Recht gegen einen Strafstoß. (9.)

 

Abwehrfehler führt zu Gegentor

Nach einer Viertelstunde wachte das Gästeteam aus dem Rheindorf allmählich auf und kam innerhalb von zwei Minuten zu zwei guten Chancen. Nach Balleroberung im Mittelfeld passte Christian Gebauer den Ball zum sehr gut spielenden Joshua Gatt. Dieser schoss das Spielgerät nur knapp über die Querlatte. (15.) Eine Minute später versuchte es Samuel Oum Gouet, aber auch er schaffte es nicht, den Ball im Tor unterzubringen.

Die Freude über die eigentlich gute Leistung der Altacher wurde in der 38. Minute gedämpft, als das Heimteam das erste Tor des Abends erzielte. Nach einem weiten Ball von Torhüter Andreas Lukse auf Emir Karic leitete dieser die Kugel zu Innenverteidiger Emanuel Schreiner weiter, dem der Ball über den Fuß rutschte. Der herbeieilende Lukas Grozurek musste daraufhin frei stehend vor Keeper Lukse nur noch zum 1:0 einschieben. Die Altacher Abwehr ließ den Torschützen hierbei völlig unbedrängt agieren. Emanuel Schreiner ärgerte sich verständlicherweise über diesen Gegentreffer: „Ich kann mich bei der Mannschaft nur entschuldigen, sowas darf mir nicht passieren. Hier muss ich kompromisslos agieren und den Ball sofort wegschlagen.“

Nach der Halbzeitpause verlagerten sich die Prioritäten von Sturm immer wieder in die Defensive, da die Rheindörfler mit einigen guten Aktionen immer wieder gefährlich vor das Tor von Tobias Schützen­auer kamen. Den ersten Wechsel tätigte Trainer Werner Grabherr in der 60. Spielminute, also in einer Phase, in der die Altacher die Spielführung übernommen hatten, als Hannes Aigner für Joshua Gatt das Spielfeld betrat. Aigner, mit seinen 37 Jahren der aktuell älteste Spieler der Liga, erzielte in den ersten drei Partien alle vier Treffer der Alt­acher.

Mit der Einwechslung des Ex-Grazers Kristijan Dobras zu Beginn der Schlussviertelstunde bewies Grabherr gutes Händchen – nur zwei Minuten nach diesem Tausch glich Dobras zum verdienten 1:1 aus. Christian Gebauer spielte den Ball aus dem Mittelfeld auf den frei stehenden Andreas Lienhart, welcher den Ball an den 25-Jährigen, der vor seinem Wechsel nach Altach zwei Jahre in Graz spielte, zum Endstand weitergab. In der Nachspielzeit schwächte sich Altach durch die Gelb-Rote Karte von Oum Gouet selbst. Neuzugang Manfred Fischer ärgerte sich nach dem Spiel über die vergebenen Chancen: „Die drei Punkte wären möglich gewesen, im Endeffekt sind wir aber glücklich mit diesem Unentschieden.“

In der nächsten Runde trifft der SCR Altach auf Serienmeister Salzburg. Spielbeginn ist am kommenden Samstag um 17 Uhr in der Cashpoint-Arena. Werner Grabherr blickt diesem Spiel positiv entgegen: „Wir verteilen aktuell noch zu viele Geschenke. Wenn wir das abstellen, wird es auch gegen uns schwer, Tore zu schießen. Das wird kommen, der Kopf bleibt oben!“

 

Dieser Text erschien zuerst am 20.08.2018 in den Vorarlberger Nachrichten.