Mattersburg „Die Spieler sind die Ziegelsteine und die Kommunikation ist der Mörtel.“ Mit durchaus philosophischen Ansätzen in seinen Aussagen versuchte Altach-Trainer Alex Pastoor (52) vor dem Auswärtsspiel des SCR Altach beim SV Mattersburg zu erklären, wie es seine Mannschaft schaffen will, im Burgenland die nächsten drei Punkte einzufahren, um den Klassenerhalt endgültig zu fixieren. Denn eigentlich hätte nach den letzten beiden Spielen, zweimal ging es gegen den FC Wacker Innsbruck, alles klar sein und der Cashpoint SCR Altach in der Bundesliga von allen Abstiegssorgen entledigt sein sollen. Ganz so kam es nicht, ein 1:4 im Schnabelholz machte den Rheindörflern einen dicken Strich durch ebendiese Rechnung.

Mit einer Woche Abstand zur Heimniederlage im Westderby scheint dieses Spiel auch gut aufbereitet worden zu sein. Im Schnabelholz weiß man, wo man ansetzen muss, um die kommenden Partien wieder erfolgreicher zu gestalten.Viel sprach Pastoor auch über die zweite Halbzeit Innsbruck, in der die Altacher gegen unter die Räder des Offensivspiels der Gäste gerieten: „Zu wenig Ordnung“ war am Platz vorhanden und „dabei waren wir am Ball zu schwach“, analysierte der Coach der Altacher. „Zu hektisch“ sei man hierbei gewesen. Und weiters meinte er, dass „es direkt so ausschaut, dass wir unter der Woche nicht genug arbeiten. Das ist aber nicht so. Wir arbeiten gut“.

 

Akribisches Training

„Etwas kürzer, aber dafür mit höherer Insentität“ seien die Trainingseinheiten gestaltet geworden, in denen jeder Spieler einzeln auf das kommende Auswärtsspiel vorbereitet wurde. Eben speziell vorbereitet auf „eine sehr zähe Mannschaft, die ich so erwarte, wie bei ihrem ersten Auftritt gegen mich“, wie der SCRA-Trainer erklärte. Zum Einstand belohnte sich Pastoor damals direkt selbst, man gewann mit 2:1.

Auch aufgrund dessen ist man gewarnt in Altach. Da, wo man glaubt, erkannt zu haben, dass Mattersburg in den letzten Runden „nicht immer die bessere Mannschaft war, aber dennoch oft gepunktet hat.“ Und Simon Piesinger (26), der in den vergangenen Tagen immer wieder Interesse bekundete, auch über die laufende Saison hinaus in Altach zu bleiben, fügte den Ausführungen seines Trainers hinzu, dass es das primäre Ziel sei, „in Mattersburg wieder einmal voll zu punkten und den Klassenerhalt zu fixieren“.

 

Neue Wege nach Europa

Eine gute Nachricht für alle Mannschaften im unteren Teil der Liga gab es zu Mitte der Woche, als Red Bull Salzburg im Cup-Finalspiel gegen Rapid mit einem 2:0-Sieg den nächsten Titel fixierte. Gut ist das für die Teams in der Qualifikationsgruppe deshalb, weil somit auch der insgesamt Achtplatzierte noch die Chance haben wird, sich über zwei Play-Off-Spiele für die Europa League zu qualifizieren. Über diesen Weg müsste man in die zweite Qualifikations-Runde des Bewerbes einsteigen. Und ebendieser achte Platz wäre auch für Altach noch in Reichweite. Vier Punkte Rückstand hat man auf den Rang, auf welchem aktuell der kommende Gegner rangiert.

Also steckt wieder einmal mehr drin in dieser Partie, als man es beim Blick auf den Spielplan des Wochenendes erwarten könnte. Wieder einmal könnte es richtungsweisend werden. Und wieder einmal wird Kommunikation eine riesige Rolle spielen, wenn es nach Pastoor geht.

 

Dieser Text erschien zuerst am 04.05.2019 in den Vorarlberger Nachrichten.