Wolfsberg Ziemlich schnell verließen die Altacher Akteure nach Spielende das Spielfeld, mit hängenden Köpfen mussten sie den langen Gang in die Kabine und die lange Busfahrt zurück nach Vorarlberg antreten. Zum fünften Mal im fünften Saisonspiel gingen sie mit 0:1 in Rückstand und musste Gegentreffer zehn bis 14 hinnehmen. Sechs dieser 14 Gegentore kassierte Altach übrigens in den jeweils ersten 15 Spielminuten.

Es war ein Spiel zum Vergessen, das sich Vorarlbergs Fußball-Bundesligist im Kärntner Lavanttal leistete. Fünf Tore erzielte ein starkes Heimteam, welches aber vor allem auch davon profitierte, dass die Altacher ein desolates Abwehrverhalten an den Tag legten. Hierfür war vor allem der Gegentreffer zum 2:1 von Michael Liendl beispielhaft: Anderson Niangbo, der die Vorlage leistete, konnte zuvor einen 60-Meter-Sprint über das ganze Feld hinlegen, wurde dabei von acht Altachern links liegen gelassen und konnte dadurch genüsslich zu Liendl in die Mitte passen.

 

„Kein Fortschritt bemerkbar“

Und auch das Offensivspiel, das von Pastoor vor allem in Hälfte eins gelobt wurde („Wir waren mit unserer Offensive in der ersten Halbzeit mindestens drei Klassen besser als der Gegner“), sowie die beiden Altacher Tore von Manfred Fischer (21.) und Jan Zwischenbrugger (70.) änderten nichts am 2:5-Endresultat. Das rüttle auch an der mentalen Stärke, wie Alex Pastoor einräumen musste: „Ich glaube, dass wir noch weiter in die Köpfe der Spieler reinmüssen. Wir trainieren Woche für Woche hart, dass uns so leichte Fehler in der Defensive nicht mehr passieren, dass wir vor allem bei Standards besonders aufpassen und wissen, was den Gegner ausmacht. Und Woche für Woche scheint das mit Anpfiff wie gelöscht zu sein. Das ist eigentlich nur eines: unglaublich frustrierend für das gesamte Team.“ Auf der eigenen Hälfte, vor allem das Spiel gegen den Ball, sei die Partie „eigentlich nur erschreckend“ gewesen, denn „unser Matchplan hat eigentlich ganz anders ausgeschaut. Vor allem wollten wir die frühen Gegentore abstellen, das hat wieder nicht funktioniert.“

Auch Torhüter Martin Kobras, der anstelle von Philipp Netzer die Kapitänsbinde trug, fand keine positiven Worte über das Spiel seines Teams: „Das, was wir defensiv aufführen, ist alles, nur nicht Bundesliga-tauglich. Ich glaube, wir haben genug Spieler im Kader, die an sich eine gute Qualität hätten, aber bei denen die Wichtigkeit der Defensive einfach nicht im Kopf ist.“ Und Stürmer Manfred Fischer ging sogar noch weiter: „Das, was unsere Defensivreihe hier heute aufgeführt hat, war maximal auf Regionalliga-Niveau.“

 

Dieser Text erschien zuerst am 26.08.2019 in den Vorarlberger Nachrichten.