Altach Eine Partie zum Frühjahrs-Auftakt folgt meist auf mehrere Trainingswochen, akribisch einstudierte Spielzüge und einige Neuzugänge. Spätestens seit dem gestrigen 0:2 des SCR Altach gegen Red Bull Salzburg ist aber klar, dass das nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal für ein Fußballspiel sein muss.

Beide Mannschaften präsentierten sich vor allem in den ersten 45 Minuten müde, außerdem ließen die Altacher potenzielle Angriffe im Sand verlaufen und agierten speziell über die Außenbahnen zu wenig druckvoll. So konnte selbst eine – im Vergleich zu einer Zeit vor der Winterpause – in Halbzeit eins aktiver und tiefer stehende Abwehrreihe nichts gegen die Salzburger Qualitäten ausrichten. Ebendiese Defensivabteilung ließ Alex Pastoor aber auch einige positive Schlüsse aus dem Spiel ziehen: „Wenn man eine Partie gegen Salzburg spielt, weiß man, dass ein Sieg eine schwierige Aufgabe ist. Wir können aber versuchen, defensiv gut organisiert zu spielen und nicht nur die Bälle wegzuschlagen. Und in dem Bereich haben wir sicher eine ziemlich gute Leistung gebracht.“

Keinerlei Überraschungen waren zunächst in der Aufstellung der Heimmannschaft zu finden, als Einziger der Neulinge der Mannschaft erhielt Stefan Haudum – er wechselte vom LASK – von Beginn an seine Chance. Er wurde später mit Gelb-Rot vom Platz gestellt (80.), dennoch war der Cheftrainer mit seiner Leistung zufrieden: „Bis zu seinem Platzverweis hat er sicherlich das gebracht, was wir erwartet hatten. Auch im Fitness-Bereich ist er gut drauf.“

 

Torlose Hälfte eins

Trotz der kompakt stehenden Altacher Abwehr schaffte es Salzburg, gleich in der ersten Viertelstunde, zwei aussichtsreiche Möglichkeiten herauszuspielen: Zunächst zog Mergim Berisha ohne Probleme an David Bumberger vorbei, seine Hereingabe verpasste Patson Daka nur knapp (12.).

Zwei Minuten später war es wieder Berisha, der durchspazieren konnte, er wurde nur von Manuel Thurnwald gestoppt. Von da an zeigte sich Altach zwar aktiver im Konterspiel, zum größten Problem avancierte die Verwertung des letzten Passes, wodurch auch wenige Möglichkeiten zu Papier gebracht werden konnten. Für Kapitän Philipp Netzer eine erwartbare Situation: „Dass wir gegen den Meister jetzt nicht unbedingt viele Chancen generieren, war uns klar.“

 

Eigentor und Umstellungen

Zur Pause versuchte es Pastoor dann mit neuen Aspekten im Spiel nach vorne – für Emanuel Schreiner kam Manuel Stefel. Den ersten Torerfolg heimsten dennoch die Salzburger ein. Ein unglücklicher Jan Zwischenbrugger war es, der einen misslungenen Abwehrversuch im eigenen Tor versenkte (48.). Der Ball kam von Ex-Altacher Mergim Berisha in Richtung Patson Daka, Ersterer wurde zuvor von Manfred Fischer links liegen gelassen.

So wäre eine starke Offensivabteilung für Altach umso wichtiger gewesen. Sie war aber praktisch nicht existent. Selbst der Doppelwechsel in der 61. Minute (Chinedu Obasi für Daniel Maderner und Neuzugang Csaba Bukta für Marco Meilinger) trug in Kombination mit der Umstellung auf ein 4-2-2-2 keine Früchte.

Und die Bullen, die dank ihrer Führung mit breiterer Brust aufspielen konnten, blühten immer mehr auf. Sie spielten die Partie runter, diktierten das Spiel und fixierten dank Patson Daka – der von Manuel Thurnwald vergessen wurde – endgültig den 2:0-Auswärtssieg. Er versenkte eine Flanke von Rasmus Kristensen per Kopf (62.).

 

Dieser Text erschien zuerst am 25.01.2021 in den Vorarlberger Nachrichten und ist weiterhin hier abrufbar.