Altach Das hatte sich Alexander Pastoor ganz anders vorgestellt. Von seiner Ansage am Freitag („Wir wissen, wie Tirol spielt und haben uns gut auf die Partie vorbereitet. Wenn wir unseren Plan umsetzen, können und werden wir gewinnen“) schien am Samstagabend in der Altacher Cashpoint-Arena nicht mehr viel übriggeblieben zu sein. Einen enttäuschenden Auftritt lieferte die Heimmanschaft nämlich ab, 0:2 lautete das Resultat im Westderby.

Dies sorgte nach Abpfiff auch für heftige Kritik des Trainers in Richtung seiner Mannschaft: „Wir haben keine Energie und keine Spielfreude auf den Platz gebracht. Auch der Siegeswille hat gefehlt“. Außerdem habe sein Team „nicht wie eine Einheit ausgeschaut“, denn „wenn jemand einen Fehler macht, ist das kein Problem. Aber dann müssen andere hart arbeiten, um den Fehler auszubügeln. Das fehlte.“

 

Rotationen noch vor Beginn

Gut möglich, dass Pastoor hiermit seine Vierer-Abwehrreihe ansprach, deren Aufstellung bereits vor Spielbeginn für etwas Verwirrung sorgte. Alain Wiss musste nämlich aufgrund von Magenverstimmungen kurz vor Anpfiff – die zu seiner Einwechslung in Minute 73 scheinbar überstanden waren – auf die Bank. Deshalb rutschte Manfred Fischer in die Offensive, wonach Anderson den ungewohnten Platz in der Innenverteidigung übernahm. Pastoor betonte aber nach dem Spiel, dass „Anderson in der letzten Woche gezeigt hat, dass er – wie auch Dabanli – normalerweise ein guter Innenverteidiger ist.“ Davon war in der Partie jedoch nicht mehr allzu viel zu sehen, gleich zu Beginn konnte diese Abwehrreihe ausgehebelt werden – Tirols Kelvin Yeboah erwischte den perfekten Zeitpunkt, gab auf den Ex-Wacker-Innsbrucker Zlatko Dedic ab, der sich im Laufduell gegen den schwachen Anderson durchsetzen konnte. Daraufhin machte es ihm zudem noch Torhüter Tino Casali zu leicht – haltbar wäre das 0:1 ins kurze Eck nämlich gewesen (6.).

Dann konnten sich die Altacher kurz aufbäumen, schienen zu erwachen und erspielten sich in einer Phase bis zur 30. Minute einige Möglichkeiten, die aber allesamt am misslungenen Spiel in die Spitze bzw. den Abschlüssen sowie an der sehr kompakt stehenden Tiroler Abwehrreihe scheiterten. Pastoor später zu dieser Phase des Spiels: „Es gab zwar einige Abschlussversuche und die Laufwege waren gut, aber ich weiß nicht genau, wieso der Ball nicht ins Tor ging.“

 

Desolate zweite Halbzeit

Besser sollte es aber auch in Hälfte zwei nicht werden. Zwar ging es oft Hin und Her und einige Chancen erspielten sich beide Teams, aber zu größten Teilen fehlte der neu formierten Doppelspitze mit Chinedu Obasi und Daniel Nussbaumer, wie dem gesamten Team, die Lust am Spiel, was sich in unüberlegten Spielzügen widerspiegelte.

Deshalb war es für die Gäste auch ein Leichtes, die Führung durchaus verdient auszubauen: Zlatko Dedic wurde von Philipp Netzer und Dabanli zunächst übersehen und dann nicht kontrolliert, er stellte auf 0:2. Und auch Netzer änderte nichts mehr daran, sein aussichtsreicher Kopfball ging ins Leere (83.), Nach dieser Niederlage hält Altach weiter bei nur einem Punkt, der Fehlstart ist also perfekt.

 

Dieser Text erschien zuerst am 28.09.2020 in den Vorarlberger Nachrichten und ist weiterhin hier abrufbar.