Innsbruck Am vergangenen Sonntag unterlag der SCR Altach zuhause gegen Meister Salzburg mit 0:2. Trainer Alex Pastoor lobte daraufhin die lange tief stehende Defensivabteilung seiner Mannschaft, die erst spät geknackt werden konnte. Einen ähnlichen Ansatz wählte seine Mannschaft gestern, nur drei Tage später, im Auswärtsspiel bei der WSG Tirol. Nur diesmal wurde man viel früher gebrochen, gleichzeitig verschärfte sich das Problem der praktisch nicht existenten Offensive noch einmal.

Fast unverändert traten die Rheindörfler auf: Im Gegensatz zur Sonntagspartie rutschte Chinedu Obasi in die Startformation, für ihn musste Daniel Maderner weichen. Außerdem stand Philipp Netzer von Beginn an auf dem Platz, anstelle des Gelb-Rot gesperrten Stefan Haudum.

 

Ein Torschuss

Besonders schonungslos für Altachs Offensive – formiert rund um den Sturm mit Marco Meilinger, Obasi und Emanuel Schreiner – liest sich die Spielstatistik aus der ersten Halbzeit. Nur einen einzigen Schuss nämlich wussten die Gäste in den ersten 45 Minuten zu generieren, das war auch der einzige Treffer. Der durcheilende Manfred Fischer wurde von Chinedu Obasi bedient, er brachte den Ball zum Rollen und schob ihn ein (44.).

Dem vorangegangen war jedoch eine Lehrstunde für Altachs Viererkette, die in 14 Minuten drei Gegentreffer hinnehmen musste. Nach einer Phase zu Spielbeginn, in der es bei nur zwei Möglichkeiten von Tirols Florian Rieder blieb (11./16.), drehte die Heimmannschaft auf und spielte Katz und Maus mit der Pastoor-Elf. 25. Spielminute: Eine Unorganisiertheit in Altachs Abwehrreihe war die Grundlage für das 1:0. Nach einem Einwurf und Doppelpass konnte Kelvin Kwarteng Yeboah, der zuvor von David Bumberger übersehen wurde, den Ball von der Strafraumgrenze einnetzen – Jan Zwischenbrugger kam zu spät.

 

Doppelschlag

Daraufhin gab Altach das Spiel immer mehr in die Hände der Mannschaft von Thomas Silberberger, die die Partie diktierte. Deswegen war es für Tirol auch ein Leichtes, die Führung auszubauen: Auf der linken Seite ging es über Yeboah und Rieder, Altachs Hintermänner waren untergraben. Das 2:0 – das Nikolai Baden Frederiksen voll auf Zug erzielte – war daraufhin nur noch Formsache (37.).

Ähnlich verlief es beim nur zwei Minuten später folgenden 3:0, diesmal war jedoch Rieder der Glückliche. Philipp Netzer kam bei dessen Abschluss zu spät, das Zuspiel durch Yeboah konnte von Altachs Bumberger nicht verhindert werden.

 

Besiegelt

Damit ist der Altacher Fehlstart ins Frühjahr perfekt, was auch die Statistik zeigt: Zum ersten Mal seit 14 Jahren – seit der ersten Bundesligaspielzeit 2006/2007 – verloren die Rheindörfler die ersten beiden Spiele nach der Winterpause. Außerdem war es der erste Heimsieg der WSG Tirol über Altach, die ihren aktuellen Höhenflug – am Wochenende gewann sie überraschend mit 2:4 beim LASK – fortsetzen konnte.

Gleichzeitig bleibt es für Altach weiter eng. Zwölf Tore aus 14 Saisonspielen, zwei Siege und nur acht Punkte haben die Altacher zu Buche stehen – das bedeutet Platz elf. Die Krise im Rheindorf geht weiter.

 

Dieser Text erschien zuerst am 28.01.2021 in den Vorarlberger Nachrichten und ist weiterhin hier abrufbar.