Ninutsa Nadirashvili war ein Jahr lang als Englisch-Assistentin am BG Feldkirch.

Feldkirch Im diesem Schuljahr hatten die Schülerinnen und Schüler am Gymnasium Rebberggasse in Feldkirch immer wieder Besuch im Unterricht. Von der US-Amerikanerin Ninutsa Nadirashvili, die seit vorigem Sommer als Englisch-Assistentin in Vorarlberg war und immer wieder Einheiten bei 13- bis 18-Jährigen übernahm. Sie kam aus Boston direkt ins Ländle, jetzt geht ihre Zeit hier zu Ende.

Die 22-Jährige, die in der georgischen Hauptstadt Tiflis aufwuchs, hat sich aufgrund der ländlichen Umgebung und auch der Lage nahe zur Schweiz und Deutschland für Vorarlberg entschieden, wie sie im Gespräch mit den VN erzählt. Nach ihren Abschlüssen in „Internationale Beziehungen“ und „Geschlechterforschung“ war für sie eine Rückkehr nach Europa angesagt. Ninutsa Nadirashvili: „Da ich mich zum einen sehr für Arbeit mit Jugendlichen begeistere und zum anderen meine beiden Fachgebiete auch im Unterricht einbringen kann.“

Spannende Erfahrungen

Trotz der Umstände rund um die Coronapandemie habe sie die Zeit sehr genossen, vor allem aber natürlich den Unterricht direkt an der Schule. „Mir sind die Unterschiede zwischen den Klassen aufgefallen, auch wie die Schülerinnen und Schüler mit mir umgegangen sind. Ich war nicht richtig Lehrerin, aber auch nicht richtig Schülerin. Vor allem weil ich vergleichsweise jung bin, ist es dann auch einige Male passiert, dass ich einfach mit den älteren Schülern außerhalb des Unterrichts Zeit verbracht habe.“

Aber auch während des Unterrichts wurde ihre Anwesenheit sowohl von den Lehrern als auch den Schülern sehr geschätzt. Die Abschlussklassen etwa waren begeistert von den gemeinsamen Vorbereitungsstunden auf die Matura. Und Ninutsa Nadirashvili selbst hat ebenfalls etwas gelernt: zwar nicht unbedingt den Vorarlberger Dialekt, aber einiges über die Traditionen und die Geschichte des Landes.

Erinnerungen im Gepäck

Und was wird sie nach ihrer Rückkehr über Österreich berichten? „Zum einen werde ich erzählen, wie sensationell das tägliche Leben hier ist. Ich hatte noch nie so eine Situation wie hier, dass ich immer glücklich aufgewacht und geblieben bin.“ Außerdem sei die Architektur hierzulande beeindruckend. Das konnte die US-Amerikanerin auch bei ihren Reisen nach Innsbruck und Wien feststellen. Zudem könnte sie sich auch Teile des österreichischen Schulsystems in den USA vorstellen, denn dort sei die Schule eine ausgesprochene Wettbewerbsumgebung, die High-School-Noten entscheiden über das gesamte spätere Leben. Ninutsa Nadirashvili: „Dagegen haben hier wirklich alle – unabhängig von wirtschaftlichen Voraussetzungen – die Chance, etwas zu lernen. Das würde ich mir auf jeden Fall wünschen.“

 

Dieser Text erschien zuerst am 25.05.2020 in den Vorarlberger Nachrichten.