Freier Journalist

Vienna calling.

Die Hauptstadt. DIE Stadt in Österreich. Nach – eh sehr wenigen – knappen drei Monaten an Abstinenz aus der Metropole, bin ich an diesem Wochenende zurückgekehrt. Und es hat sich gelohnt. Ein Blog-Eintrag über unseren Zwei-Tage-Aufenthalt in Wien.

Im Dezember 2018 hatten meine Freunde und ich wieder einmal eine unserer besseren Ideen. Wie lustig es doch wäre, wenn der Bundespräsident – Alexander Van der Bellen himself! – unseren Maturaball im November 2019 besuchen würde. Aus dieser depperten Idee an einem Freitag-Abend wurde dann plötzlich ernst und irgendwann musste ich zur örtlichen Post laufen und gab einen Brief, adressiert an unseren Bundespräsidenten, mit der herzlichen Einladung in das Feldkircher Montforthaus, auf. Es sollte nicht lange dauern, nur knappe drei Tage später erhielt ich, per E-Mail, Rückantwort aus der Präsidentschaftskanzlei in der Hofburg. Ja, natürlich, erinnere sich der Bundespräsident noch gut an meinen damaligen Latein-Nachzapf und seinen Tweet dazu. Leider erhielte er aber, wie ich mir sicher vorstellen könne, sehr viele Einladungen zu diversen Schulbällen, deswegen sei es auch bei mir nicht möglich eine Ausnahme zu machen. Eine andere Idee hatte das Sekretariat des Präsidenten aber: Meine Klasse könnte doch im März zu einem der Schülertage, die gelegentlich im Leopoldinischen Trakt der Hofburg veranstaltet werden, in Wien vorbeikommen und Alexander Van der Bellen persönlich kennenlernen. Gesagt, getan.

Nach einer kleinen Diskussion mit den Klassenvorständinnen der beiden Klassen und der Abwägung, ob man die Einladung wahrnehmen soll, weil Wien sei ja schon sehr weit vom Ländle entfernt, entschieden wir uns dafür und fixierten das ganze Spektakel. Nach bereits drei, natürlich wie immer sehr anstrengenden, Stunden und sogar noch vor der großen Pause des Schultages bekamen wir am Donnerstag frei, sodass wir uns psychisch und physisch auf die Reise vorbereiten konnten. Also schnell nach Hause gefahren, irgendwelche – mehr oder weniger sinnvolle – Dinge in die Reisetasche geschmissen und ab ging’s! Das Lustigste an solch einem gemeinsamen Ausflug ist ja bekanntermaßen sowieso die Zugfahrt, die natürlich sehr lustig aber ohne besondere, nennenswerte Vorgänge vorüberging. Gegen 20:00 in Wien angekommen bemerkten wir dann langsam aber sicher, dass wir die anvisierte Reservierung in der Pizzeria auf 21:00 auf gar keinen Fall wahrnehmen werden können, weswegen wir unseren Vorarlberger Charme spielen ließen und versuchten, den grimmigen Italiener am anderen Ende der Telefonleitung, davon zu überzeugen, dass wir MAXIMAL 20 Minuten später kommen werden (Es war eine knappe Dreiviertelstunde. Natürlich.). Aber auch das klappte irgendwie und nach einem kurzen Check-In in unserem Hostel am Naschmarkt (an dem es gar keine Süßigkeiten gibt????) genossen wir dann eine sehr sehr gute Pizza (Den Namen des Restaurants habe ich natürlich vergessen und die Straße, in der so eine Location ist, sagen sowieso nur die Wiener immer dazu). Hundemüde – aber dennoch noch irgendwie für die kommende Nacht motiviert – kehrten wir in unser Hostel zurück, wo Dinge in diesem Zimmer passierten, über die wir lieber den Mantel des Schweigens breiten.

Der zweite Tag. Der große Tag. Kurz in unsere schönste Kleidung, die wir dabei hatten, geschmissen und es konnte losgehen. In den ersten Bezirk, in das Wiener Regierungsviertel. Und da war sie. Die Hofburg. Diese durften wir – nach einem kurzen Security-Check, bei welchem überprüft wurde, dass wir auf keinen Fall die Absicht haben, dem Bundespräsidenten oder dem Gebäude irgendeine Art von Schaden zufügen wollen – sogar betreten. Bevor wir zum Höhepunkt des Tages kamen, bekamen wir noch eine Führung durch den Trakt, in dem die Präsidentschaftskanzlei untergebracht ist, welche tatsächlich sehr interessant und wissenswert war. Hier wurden uns zum Beispiel Dinge zum geschichtlichen Hintergrund der verschiedensten Räume (Zum Beispiel, dass man von Raum zu Raum immer eine größere Fläche hatte, um eine wohlige Atmosphäre zu erzeugen) und zu den Kompetenzen unseres Staatsoberhauptes erklärt. Als wir dann im größten Saal der Präsidentschaftskanzlei auf den großen Moment warteten, wurden wir noch kurz vom Social-Media-Team des Präsidenten dazu überredet, einige kleine Videos für deren Instagram- und YouTube-Kanäle aufzunehmen, was wir natürlich auch auftragsgemäß erledigten. Dann kam er, der Präsident. Nachdem er uns – anhand seines Terminkalenders auf dem Handy – erklärte, was denn so seine Aufgaben sind, bekamen auch wir die Möglichkeit, Fragen zu stellen, was wir auch fleißig machten und welche von ihm ebenso fleißig und interessant beantwortet wurden. Vor allem begeistert war ich davon, wie es Alexander Van der Bellen gelang, die Jugendlichen in der Hofburg in seinen Bann zu ziehen und davon, wie er wusste, wann er wie zu sprechen und zu pausieren hatte. Das war für mich, als eine Person, die sich sehr für Rhetorik von Menschen interessiert und begeistern lässt, sehr interessant mitzuverfolgen.
Nach dieser Diskussion mit unserem Bundespräsidenten, bekam jede Klasse für sich noch einmal die Möglichkeit, ein einzelnes Klassenfoto mit ihm zu schießen. Nachdem von unserer Schule zwei Klassen – beide siebten – mit dabei waren, teilten wir uns auf, weswegen zuerst die 7A, also meine Parallelklasse, zum Fotoshooting ging. Hiervon bekam ich später erzählt, dass Van der Bellen bereits fragte, wo denn der Maxl sei. Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm von einem seiner Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter eingesagt worden musste, dass ich auch anwesend sei, dennoch war das sehr cool zu hören war. Daraufhin gab es dann noch das Aufeinandertreffen von mir und dem Präsidenten, bei welchem er mir seinen Tweet aus dem September, den ich mittlerweile eingerahmt hatte, unterschrieb und mit mir ein Foto machte, welches er dann später auch auf Twitter veröffentlichte. Der Moment der Unterzeichnung wurde außerdem in seiner Instagram-Story veröffentlicht. Daraufhin war die Führung vorbei und wir – also vor allem ich – verließen die Hofburg mit einem ganz hohen Level an Glücksgefühlen. Nach einem Kurzbesuch im Außenministerium, inklusive einer weiteren Führung, einem sehr wirren Fotografen und einem (vielleicht etwas fragwürdigen) Vortrag, wurden wir dann von unseren Lehrerinnen freigestellt – Die Schulveranstaltung war offiziell für beendet erklärt worden.

Wir checkten also in unser zweites Hostel des Wochenendes – diesmal in der Nähe des Hauptbahnhofes – ein, bezogen unsere Zimmer und machten uns dann wieder auf den Weg in die Innenstadt, wo wir aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen und über irgendwelche dubiose Umwege plötzlich im Vapiano bei der MaHü landeten. Aber es war eh ganz ok. Außerdem besuchten wir am Abend eine Karaokebar in der Nähe des Stephansdomes, auch hier erlebten wir – vielleicht auch Dank der schlechteren Performances unsererseits – einen sehr interessanten und vor allem lustigen Abend.
Den heutigen, letzten, Tag verbrachten wir zum größten Teil auf einem Fahrrad, welches wir beim Ernst-Happel-Stadion ausleihen konnten, auf der Donauinsel, wo wir uns auch kurz selbst davon überzeugten, dass das Wasser der Donau eiskalt war. Nach einem feinen Mittagessen am Schwedenplatz und einem darauffolgenden Eis am Donaukanal erklärten wir auch diese Tage in Wien abgeschlossen, es folgte nur noch eine knappe Stunde an Wartezeit am Hauptbahnhof, welche wir für die Besorgung von einer feinen Jause für den Zug benutzten.

In diesem Zug sitze ich gerade. Irgendwo auf der Westbahn zwischen Sankt Pölten und Linz. Die Jause ist lecker. Und diese beiden Tage in Wien waren auch spitze und es war mir eine Freude und Ehre zugleich, dass ich diese miterleben durfte. Es freut mich, wenn du diesen Eintrag teilst, sollte er dir gefallen haben. Danke für’s Lesen.

Maxl.

1 Kommentar

  1. derChristoph

    Bin schon auf die Matura-Blogeinträge gespannt.

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